Joanna Gruesome

Peanut Butter

Caroline/Universal

Lärmender Noise-Pop mit Riot-Grrrl-Ausbrüchen.

Einige munkeln, die Band aus Cardiff habe sich bei einer Weinverköstigung kennen gelernt, andere glauben, die gemeinsame Teilnahme an einem Anti-Aggressivitäts-Training hätte die Gruppe zusammengeführt. Gründungsmythen, von denen bitte Letzterer wahr sein soll, denn schon beim ersten Song ihrer zweiten Platte zeigen die Waliser Milde: „Last Year“ beginnt wie Rotze, endet wie Honig und verliert dabei kein bisschen an Fahrt. Das muss man erst einmal hinbekommen. Das ist klassischer Noise-Pop, die Boy/Girl-Vocals harmonieren hübsch, man denkt beizeiten an die Nürnberger Throw That Beat In The Garbagecan, die übrigens jüngst wieder zusammengefunden haben und bitte schnell eine Platte aufnehmen sollten.

Der Hit auf PEANUT BUTTER heißt „Honestly Do Yr Worst“, ist den anderen Songs aber nur um eine Nasenlänge voraus. Besonders gut wird die Platte, wenn Sängerin Alanna McArdle das Kommando übernimmt und sich über Machos und Homophobie auskotzt – da merkt man dann, dass einige in dieser Truppe eine Hardcore-Vergangenheit haben. Knapp eine halbe Stunde dauert der Spaß, dann muss man die Platte noch einmal von vorne hören. Gerne.